28. Winter-Universiade 2017 – Almaty/KAZ

28. Winter-Universiade 2017 – Almaty/KAZ

2017-01-26 12-15-29 - 007

Die letzte Universiade 2015 in der Slowakei habe ich persönlich als sehr erfolgreich in Erinnerung und hatte mit dieser Herausforderung eigentlich schon abgeschlossen. Allerdings äußerte der Sportdirektor des Allg. Deutsche Hochschulsportverband, Thorsten Hütsch, im Herbst den Wunsch, dass er mich gern mit in der deutschen Mannschaft der Studierenden hätte. Die Zustimmung der Hochschule und der Nachweis der sportlichen Leistungen waren schnell dargelegt. Es sollte also nach Almaty gehen.
So sehr mich dieses weit entfernte Land Kasachstan reizte, stellte dies die größte Schwierigkeit dar. Die Skilangläufer werden für die Teilnahme von keinem Spitzensportverband, Stiftungen oder staatlichen Stellen finanziell unterstützt. Somit musste ich für Flug, Unterkunft und weitere kleine Posten über 2.500€ auftreiben. Keine einfache Sache. Dieser Krimi zog sich über mehrere Monate bis über den Jahreswechsel hin-weg. Im Januar dann die Gewissheit und Erleichterung. Ich habe tolle Unterstützer gefunden, die mir die Teilnahme ermöglichen. Jetzt wurde im Training die letzte Feinabstimmung vorgenommen und dann saß ich auch schon im Flieger.
Vom Flughafen aus wurden wir direkt ins Olympische… äh Universiade-Village gebracht. Wahnsinn. So hatte ich die Weltsportspiele der Studierenden noch nicht erlebt. Die 2.000 Athleten aus allen Sport-arten waren zentral in einem riesigen Areal mit mehreren Wohnblocks, die in Form eines U angeordnet waren, untergebracht. Am Eingang musste man jedes Mal schärferen Sicherheitskontrollen als an dt. Flughäfen über sich ergehen lassen. Einmal drin, fehlte es dann aber an fast nix. Eine riesige Mensa für mehrere Tausend Sportler, Kraft-raum, Schwimmbad, Zeremonienplatz, Supermarkt, Bank, Polizeistation, die ganze Organisation und Weiteres schafften beste Voraussetzungen. Wir Sportler waren in kleinen Wohneinheiten mit 3-6 Mann ein-quartiert, die für eine nachhaltige Nutzung nach diesem Sportevent zu modernen Wohnungen für die wachsende Bevölkerung Almatys umfunktioniert wird.

2017-01-26 14-05-30 - 012
Wir sind extra ein paar Tage früher angereist um uns auf die speziellen Bedingungen, bedingt durch den südlichen Breiten-grad und der Höhenlage, vorzubereiten und den Jetlag vor dem ersten Rennen aus-geschlafen zu haben. Also ging es bereits an Tag 1 mit dem Bus raus an das 50km entfernte Skilanglauf Stadion. Begleitet wurde jeder Reisebus mit einer Polizeieskorte und jede Kreuzung wurde zusätzlich von einer Streife geregelt um halbwegs schnell durch die Millionenstadt zu kommen. Trotzdem dauerte so ein Transfer zu Hauptverkehrszeiten mitunter über zwei Stunden. Die lohnten sich aber! Oben im Alatau Gebirge angekommen, hatte man den permanenten Smog hinter sich gelassen und man konnte die herrliche Winterlandschaft am Fuße der hohen Bergen genießen. Erst hier erlebt man wohl das wahre Kasachstan. Einmalig war sicherlich aber auch die Begeisterung der über 3.000 Volunteers, Helfer und Zuschauer, die die hohen Sicherheitsvorkehrungen keinen Abbruch taten. Diese gigantische Veranstaltung lief bis zum Ende ohne Komplikationen und jedem Wunsch wurde nachgegangen. Die Eröffnungsfeier im neu errichteten Eislaufstadion gleich neben dem Athletendorf war bis zum letzten Platz gefüllt und es bot sich eine gigantische Show über fast zwei Stunden, die sich der von Olympischen Spielen nicht verstecken muss. Ka-sachstan war ein würdiger Austräger. Nach der Juniorenweltmeisterschaft Nordisch, Asienspielen und jetzt der Universiade ist Almaty zu Großem fähig. Warum Peking den Zuschlag für Olympia 2022 bekommen hat, ist wohl nur sportpolitisch zu erklären.

2017-01-29 21-32-59 - 059
Für mich standen in den zwei Woche vier Wettkämpfe auf dem Programm. Den Auf-takt machte der 10km Einzel in der klassischen Technik. Bei traumhaften Bedingungen mit einer harten Loipe und blauen Himmel war eine 5km Runde zweimal zu durchlaufen. Ich wusste, als eher auf Marathon spezialisierter Athlet musste ich schnell starten um nicht zu viel Zeit am Anfang liegen zu lassen. Dies lief auch wie geplant. Ich fand gut ins Rennen und war an den Zwischenzeiten um Platz 35 von knapp 90. In der zweiten Runde ging mir etwas der Kick in der ungewohnten Technik aus und musste mich quälen um das Tempo weiter hoch zu halten. Trotzdem machte ich noch einige Plätze gut und lief so in die Top30. Damit hatte ich eine vernünftige Ausgangsposition für den tags drauf folgenden Verfolger in der freien Technik, aber wieder „kurzen“ 10km. Sollte mir aber schon besser liegen. Dementsprechend aggressiv ging ich auch an. Die Zeitabstände vom Einzel waren nicht groß und bei dichten Schneetreiben bildeten sich schnell Gruppen. Ich konnte aber immer wieder aufs Tempo drücken und mich nach vorn arbeiten. Das Ziel überquerte ich als 20. und mit der 18. Nettozeit war ich sehr zu-frieden. Ein Top20 Ergebnis hatte ich mir für die Spiele vorgenommen und das schon im zweiten Rennen und auf den 10km!

2017-02-08 06-13-32 - 0196
Die darauffolgenden Tage waren für die Sprinter reserviert. Ich rechnete mir keine großen Chancen aus und ließ die Rennen aus. Für den Mixed-Teamsprint fehlte uns eine dt. Skilangläuferin im Team und inter-nationale Teams ließ die FISU leider nicht zu. Stattdessen nutzen wir die freien Tage um einige andere Wettkampfstätten zu besichtigen und auf die letzten Rennen vorbereitet zu sein. In der folgenden Staffel wurde ich mit zweimal besten deutschen Ergebnis in den Einzelrennen auf die dritte Position nominiert. Nach den Einzelleistungen sollten wir ein deutlich stärkeres Team als 2015 am Start haben und somit hatten wir uns das ehrgeizige Ziel gesteckt in die Diplomränge zu laufen. Also unter die bes-ten acht. Christian Winker lief einen staken Start, aber es setzte sich leider eine sechs-köpfige Spitzengruppe ab. Joshua Strübel auf der zweiten Position schlug ein enor-mes Tempo und versuchte die Lücke zu schließen, was ihm aber nicht gelang. Nach dem reibungslosen Wechsel war ich auch allein unterwegs. Ich lief auf den ersten Runden ungefähr die Zeiten der Spitze und machte zu Platz 5 und 6 etwas Zeit gut. In der letzten Kurve hin zum Wechsel geschah das Missgeschick. Aus der Hocke kommend ging mir nach ein zwei Schritten der Ski aus ungeklärten Gründen ab und fuhr ohne mich in die Bande. Daraufhin stürzte ich leicht und musste zurück den Ski anschnallen. Das kostete mich wohl eine halbe Mi-nute. Vor und hinter mir war zum Glück weit und breit keine andere Staffel zu se-hen. Also hat es nichts am Ergebnis geändert, ist aber trotzdem sehr ärgerlich. Ab nächstes Jahr gibt es neue Bindungen mit einem anderen System und dann ist sowas hoffentlich ausgeschlossen. Nach meinem etwas verspäteten Wechsel lief Andi die Staffel auf der siebten Position souverän ins Ziel. Etwas schade, dass wir bereits kurz nach dem Start nicht mehr um eine bessere Platzierung kämpfen konnten, aber wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

2017-02-08 04-51-34 - 0040Der abschließende 30km Massenstart sollte mir etwas besser liegen und hatte nach dem 19. Platz 2015 und bereits den Top20 im Verfolgungsrennen die Top15 angepeilt. Allerdings ist mein Klassik durch die Spezialisierung auf den Doppelstockschub in den letzten Jahren stark vernachlässigt worden. Das Starterfeld hatte bereits einige Lücken und es waren nicht mehr alle Athleten am Start. 24 Stunden später wusste ich auch warum. Ich kam auch leider überhaupt nicht ins Rennen, fand kein richtiges Tempo und mein Körper bremste mich aus. Am Ende reichte es nur zu Platz 25. Tags drauf, noch gar nicht richtig in Deutschland angekommen, lag ich bereits schon mit einer Erkältung flach, was mich sicherlich in meiner Leistung beeinflusst hatte.

2017-02-06 09-58-33 - 0159
Trotz alledem schau ich auf meine wirklich letzte Universiade als Student sehr zufrieden zurück. Ich konnte meine bisherigen Ergebnisse bestätigen und sogar verbessern. Von der Illusion in die Medaillenränge zu laufen hatte ich mich bereits in Trento 2013 verabschiedet. Das Starterfeld ist einfach zu stark und unsere DSV Athleten, die nicht in Vollzeit studieren, müssten sich sicherlich strecken um eine Chance zu haben. Der Stellenwert dieser Veranstaltung schwankt sehr von Nation zu Nation. Die Gastgeber, die russische und osteuropäische Mannschaften reisen mit Weltcup-Sportler an und bestimmen die Rennen. Meine Form war auf dem Punkt da und es hat einfach Spaß gemacht mit dem kleinen Team des ADH unterwegs gewesen zu sein.
Ich würde mir wünschen, dass die Universiade in Deutschland einen größeren Stellenwert bekommt. Sie und die studieren-den Sportler haben es verdient! Die Winter-Universiade war auch medial ein großer Erfolg. Die Sender Eurosport und Eurosport 2 übertrugen viele Stunden live von den Weltspielen der Studierenden, was noch einmal den Stellenwert der Multisportveranstaltung unterstreicht.
Für den interessierten Zuschauer war ich auch einige Male im TV und verschiedenen Berichten zu sehen. Ich hoffe, ich konnte so unsere Region und den Skilanglauf gut präsentieren. In diesem Atemzug möchte ich mich noch einmal ganz besonders bei meinen Unterstützern bedanken:
– meiner Hochschule, der Westsächsischen Hochschule Zwickau mit dem Hochschulsportzentrum und dem Mentor Verein,
– dem Tourismusverband Erzgebirge e.V.,
– der Schröder + Heidler GmbH aus Neudorf &
– meinem Heimatverein, den SC Norweger 1896 Annaberg e.V.
euer Toni

2017-02-06 04-48-13 - 0001

xc-skiing germany
Aktuelles

Das war die Saison 2015-16

Zieleinlauf beim Bieg Piastow POL
Ein langer und erfolgreicher Winter neigt sich dem Ende. Bis Mitte Februar hatte der Wintersportler wieder wie in den vergangenen Jahren mit fehlenden Schnee zu kämpfen. Aber gerade in den letzten Wochen konnten alle Veranstaltungen stattfinden und wir einige Skitouren unternehmen. Bevor wir auf die Ereignisse zurückblicken, möchten wir darauf hinweisen, dass, wie ihr mitbekommen habt, hier nicht mehr wöchentlich ein Bericht folgt. Es ist zeitlich einfach nicht mehr zu schaffen. Trotzdem muss keiner auf die News verzichten. Schaut einfach mal auf unseren anderen Kanälen vorbei:

Facebook Instagramm Twitter

Gommerlauf – Schweiz – Euroloppet

Nach dem „Wasserrennen“ im Tannheimer Tal musste eine Woche später der König-Ludwig-Lauf abgesagt werden. Das rennfreie Wochenende haben wir gleich genutzt und sind ein paar Tage früher in der Schweiz angereist. Genauer gesagt, ging es wie in den letzten Jahren nach Goms zum Euroloppet. So hatten wir genügend Zeit uns an die Höhe anzupassen, die Bedingungen und Material zu testen. Und auch ein Tag die herrliche Bergwelt bei einer Skitour zu genießen.
Skitour im Obergoms
Interview Platz 2 Gommer Halbmarathon 2016

Bei besten Bedingungen starteten Silke, Toni und Hendrik am Samstag zusammen mit rund 1000 Läufern beim 44. Gommerlauf. Darunter fanden sich auch große Namen, wie Dario Cologna, Toni Livers und Sereina Boner. Mit ihnen absolvierten Silke und Hendrik die 21km Distanz in der klassischen Technik. Toni startete etwas zeitversetzt mit 660 Athleten über die 21km Skating. Nach einem spannenden Zielsprint erkämpfte er sich den 2. Platz.

Tags drauf zeigte sich das Wetter von seiner unangenehmen Seite. Bei starken nassen Schneefall fand zum 3. Mal der Int. Gommerlauf über die Marathondistanz statt. Und die Familie Escher war natürlich dabei. Bei diesen erschwerten Bedingungen kämpften alle um ein gutes Ergebnis. Auch wegen der nicht idealen Skiwahl war es gegen Ende nur noch ein Durchhalten, gegen die Anstrengung, Nässe und Kälte. Dank der vielen Zuschauer an der ganzen Strecke war es trotzdem ein tolles Erlebnis.

Bieg Piastow – Polen – Worldloppet

Immer eine Reise wert! Für das Escher-Ski-Team gehört der Bieg Piastow seit einigen Jahren fest in den Kalender. Es sind nicht nur die Veranstalter, die tollen Strecken oder Präsente. Es ist vor allem die super Stimmung und Begeisterung rings um einen hochkarätigen Wettkampf.
Start FIS-Worldloppet-Cup Rennen 50km
Dass es nicht leicht wird, wussten wir schon vorher, aber durch die Programmänderung waren an drei Tagen drei harte Rennen zu bestreiten. Freitag starteten wir alle zusammen auf der Klassikrunde über 25km. Für Toni war es eigentlich das Aufwärmprogramm im Schieben für den Hauptlauf tags drauf. Trotzdem wurde gleich alles mitgenommen. Silke und Toni holten jeweils mit Platz 2 in der Gesamtwertung den Sieg in der AK, Hendrik zudem einen starken 2. Platz in der AK.
Siegerehrung Bieg PiastowFam. Escher glücklich im Ziel
Am Samstag lief Toni lange Zeit in der top besetzten Spitzengruppe mit. Er kämpft sich die 54km und >1000hm im Schieben durch und wird mit Rang 13 im FIS-Worldloppet-Cup belohnt, seine persönliche beste Platzierung.
Am Sonntag griffen noch mal alle ins Renngeschehen ein. Silke gewinnt das 9km Klassik Rennen in der AK und in der Gesamtwertung. Toni, noch mit schweren Armen vom Vortag, wird erneut zweiter über 25km in der freien Technik. Das war lange noch nicht Alles 😉

Karluv Beh – Tschechien – Stopa pro zivot

Sieg beim Karluv Beh CZE für Toni Escher
Nachdem der WSC auf deutscher Seite des Erzgebirges den ESM nicht durchführen konnte, wichen wir auf die böhmische Seite, ins benachbarte Gottesgab, aus. Dies sollte sich in mehrerer Hinsicht auszahlen. Die Veranstalter hatten eine gute Runde präpariert, die 2-3x zu absolvieren war. Der dichte Nebel an beiden Tagen tat der super Stimmung keinen Abbruch und war zudem ein Segen für die Strecke. Am Samstag in der freien Technik holte sich Toni in einem packenden Finale den Tagessieg. Hendrik verpasste das Podest knapp mit Platz 4. Sonntag kamen die längeren Bretter zum Einsatz. Im stark besetzten Hauptrennen holt sich Toni Platz 3 in der Gesamtwertung und Silke den 2. Rang in der Damenkonkurrenz. Das macht Lust auf das Saisonfinale am kommenden WE in Bodenmais.

Skadi Loppet – Bodenmais GER – Euroloppet

Originalbild unter: http://jokumaxx.fotograf.de/photo/56f10e68-0e1c-47ff-bf38-7f350a658a0e

Wer zuletzt lacht, lacht am besten…
Denn für viele Langlaufbegeisterte und auch uns wurde Ende März mit dem Int. Skadi-Loppet in Bodenmais das Finale der aufregenden Saison 2015/2016 erreicht. An den zwei Renntagen, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können, zeigte unser Team einmal mehr seine Präsenz mit Topergebnissen.

In einem schweren Wettkampf am Samstag, welcher durch die frühlingshaften Temperaturen zu weichem Schnee führte und mit steilen Bergen durchzogen war, konnten wir schon die ersten Podiumsplätze einfahren. Silke lief im 34km Skatingrennen auf Platz 2 in der AK. Jedoch hatten viele , wie auch Toni, mit einem langsamen Ski zu kämpfen und konnten nicht ihre ehrgeizigen Ziele erreichen.

Tobias auf der Ziellinie

Am Sonntag stand unter Anderem die Königsdisziplin, „der klassische Lange“ mit 42km auf dem Programm. Bei Kaiserwetter und endlich unter null Grad entschieden wir uns aber für die halbe Streckenlänge. Am zweiten Tag konnte Toni seine Leistung abrufen und feierte den Sieg auf dieser Distanz. Silke musste krankheitsbedingt aussetzen. Hendrik lief an beiden Tagen starke Rennen und in die Top100. Tobias unterstrich mit Platz 5 in der AK sein Talent.

Toni gewinnt die 21km KT

Der vorerst letzte Wettkampf der Saison ist absolviert und mit solch guten Ergebnissen geht es jetzt erstmal ab in die Sommerpause.

Mit sehr sonnigen Grüßen und einem breiten Grinsen, dein Escher-Ski-Team.

xc-skiing germany
Rennen

Ergebnisse der ersten Etappe der Saison 2016

Toni_Siegerehrung

Nach langer Zeit möchte ich nun auch wieder mal den Blog zum Leben erwecken und mit News füllen. Auf Facebook, teilweise in der Presse und Instagram konntet Ihr schon einiges von uns lesen.

Auch wenn es gerade Draußen nicht so aussieht,  sind mitten in der Saison. Aber fangen wir zuerst bei der Vorbereitung an:

Vorbereitung in Hochfilzen

Vorbereitung in Hochfilzen

Aufgrund fehlender großen Rennen im Dezember sah unser Plan von vornherein den Einstiege im Januar vor. So hatten wir auch mal keinen Stress mit Skikilometer sammeln im Oktober und November. Wir haben das lange noch schöne Wetter für gutes Skirollertraining genutzt. Zwischenzeitlich waren wir auch je nach Wetterlage auch auf Schnee hier im Erzgebirge oder in der Halle in Oberhof.

In den Tagen um den Jahreswechsel habe ich es aber nicht mehr ausgehalten und bin eine Woche zur Vorbereitung nach Hochfilzen gefahren. Die hatten zuerst zwar auch keinen richtigen Winter, aber die Überreste vom Biathlon-WC waren noch perfekt. Von den vielen Trainingsstunden und -kilometer zehre ich hoffentlich bis Ende der Saison.

Danach ein Paar Tage Regeneration Zuhause und weiter zum ersten Rennen nach Liberec. Auch hier musste der Veranstalter improvisieren und wir konnten nur zwei 12km Rennen auf einer 4km Kunstschneerunde bestreiten. Auch wenn die Runde selektiv war, wurde wieder alles geschoben. Mit zwei Podestplätze war es ein gelungener Einstand.

Die Woche darauf kam zwar flächendeckend Schnee, aber der WSC Oberwiesentahl hatte inzwischen den ESM abgesagt. Kurzerhand fuhren Silke und Toni zur Deutschen Seniorenmeisterschaft ins thüringische Goldlauter. Toni durfte im Rahmenwettkampf teilnehmen und lief 2x Tagesbestzeit. Silke holte am Samstag mit hauchdünnen Vorsprung den Titel in ihrer AK und wiederholte diesen am Sonntag mit deutlichen Vorsprung in der klassischen Technik.

Silke DM Senioren Einzel FT

Silke DM Senioren Einzel FT

Das Wochenende darauf ging es wieder zurück in den internationalen Skimarathon. Die Elite traf sich zum Dolomitenlauf in Obertilliach. Im Nebenlauf am Samstag schub sich ich mich über 21km mit Platz 2 erneut aufs Podest. Sonntag waren 42km Freistil im FIS Worldloppet Cup zu absolvieren. Ich lief bis zur letzten Runde in der stark besetzten Spitzengruppe mit. Am Ende fehlten mir aber ein paar Körner und ich lief als 19. ins Ziel, allerdings nur mit 1:20min Rückstand auf den Sieger. (unter 50 FIS-Punkte)
Silke und Hendrik zeigten ebenfalls ein starkes Rennen. Mutti sicherte sich den 11. Gesamtrang und zwei in der Altersklasse. Vati blieb mit knapp über 2h Laufzeit in den Top100.

Hendrik über 42km FT

Hendrik über 42km FT

Die letzten Januar Tage waren noch für den Ski-Trail im Tannheimer Tal reserviert. So langsam komme ich auch mit dem Schieben klar und erwischte am Samstag ein gutes Rennen über die 33km klassik. Das Starterfeld war mit echten Spezialisten besetzt. Vor allem an den giftigen Anstiegen konnte ich gut mithalten und kam mit der zweiten Gruppe auf Platz 6 ins Ziel. Auch die Abstände nach Vorn waren unwesentlich und ich bin froh, dass ich auch im dp konkurrenzfähig bin.

ToniEscher-2016-01-30 11-49-57 - 019

Am Sonntag über die 60km FT ging es schon zäher: „Irgendwie habe ich mich nicht wirklich spritzig gefühlt. Alles ging zäh und der Ski wollte auch nicht so recht laufen“. Der starke Schneefall (später Regen) während des gesamten Rennens war die größte Herausforderung für Mensch und Material. Ein Spurgerät begleitete die Führungsgruppe die ganze Zeit und zeigte uns so die Spur. Besser kann es ein Veranstalter bei solchen Bedingungen nicht machen! Nach der Hälfte des Rennens beim Durchlauf wurde ich verpflegt, aber da hatte ich schwer zu kämpfen und musste fast von der fünfköpfigen Spitzengruppe abreisen lassen. „Im zweiten Teil der Runde habe ich mich wieder etwas gefangen. Allerdings waren wir jetzt nass bis auf die Haut und kämpften mit der Kälte. Schon deswegen zogen wir das Tempo allmählich an. Beim Durchlauf in Grän hatten wir bereits eine kleine Lücke zu den Verfolgern. Gerade so konnte ich meinen Trainingskollegen Tobi Rath folgen“. Im Stadion konnte Tobias dann noch die Schippe zulegen und überquerte kurz vor mir die Ziellinie.

ToniEscher-2016-01-31 13-00-00

Podest beim Ski-Trail

Nach der Absage des König-Ludwig-Laufs habe ich beschlossen eine Pause einzulegen. Die letzten Rennen waren hart und nutze so Zeit mir etwas Spritzigkeit wieder zu holen. Nächste Woche geht es mit dem Koasalauf weiter.

Bleibt dran! Viele Grüße – Euer Toni

xc-skiing germany
Rennen, Vorbereitung, Vorbericht

Europameisterschaft Skimarathon beim Skadi

Am Ende einer langen Wintersaison stand am Wochenende noch einmal eine echte Herausforderung für uns an. Im Rahmen des Skadi-Loppets in Bodenmais/Bayrischer Wald wurde die Europameisterschaft im Skimarathon ausgetragen. Rund 200 der 2000 Teilnehmer kämpften an diesem Wochenende um die gesonderte Wertung und den begehrten Titeln. Die Voraussetzung war das Absolvieren von 32km in der freien und 42km in der klassischen Technik an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Durch die Addition der Laufzeiten wurde der Sieger ermittelt.

3. Platz SparkassenJet 32km

Nach einigen Podestplätzen in dieser Rennserie und meinen dritten Platz bei der letzten Auflage wollte ich in der Gesamtwertung um eine vordere Platzierung mitkämpfen. Am Samstag lief es auch richtig gut und konnte mich in dem u.a. mit WM Teilnehmern gespickten Starterfeld bis zum Ziel in der Spitzengruppe festbeißen. Im folgenden Zielsprint musste ich mich nur knapp dem Sieger, Jiri Rocarek geschlagen geben und hatte mit einem Rückstand von unter einer Sekunde eine hervorragende Ausgangssituation.

Tags drauf verlief es nicht mehr so optimal. Direkt nach dem Start wurde ich in einem Crash verwickelt. Mir zog es über einen am Boden liegenden Stock die Füße weg und landete nach einer akrobatischen Figur mit dem Steiß auf der knüppelharten Strecke. Die Schmerzen wurden schnell durch das Adrenalin überspielt un die Verfolgungsjagd began. Die beiden Ersten, Jiri und Freimuth waren mir so aber am ersten langen Anstieg schon entwischt. Rings um mir herum war ich der Einzige, der an diesem Tag Steigwachs auf den Ski hatte. Die anderen haben alle geschoben und ein Zusammenlaufen war schwierig. Auf den seichten Passagen konnte ich kaum folgen und am Anstiege marschierte ich davon. Gerade in der langen Abfahrt der neuen Runde bremste das Klister stark im Neuschneefilm, der über Nacht die Spur überzuckerte, und ich musste zwei weiter ziehen lassen. So erreichte ich das Ziel auf dem fünften Platz mit aber nur geringen Abstand auf drei und konnte so meinen dritten Platz in der EM Wertung von 2013 erneut wiederholen. Ebenso konnten Jiri, Daniel und ich im Fischer Racing Team den Sieg in der Mannschaftswertung mit deutlichen Vorsprung verteidigen.

Sieg in der Altersklasse EM Wertung

Auch in der Damenwertung haben wir ordentlich abgeräumt. Silke musste sich nach dem ersten Rennen noch mit einem 12. Platz begnügen. In Ihrer geliebten Technik am Sonntag lief sie ein fulminantes Rennen und konnte Boden gut machen. Dies bedeutete ein starker 9. Platz in der Gesamtwertung und den Sieg in der Altersklasse.

Silke gewinnt die Altersklasse in der EM Wertung

 

xc-skiing germany
Aktuelles, Rennen