Kammlauf

…mit meinen Freunden vom Org-Team

Eigentlich hatte ich mir das Wochenende für die Vorbereitung auf die EM reserviert und extra den Engadiner oder Vasalauf ausgelassen. Durch die Verschiebung des Kammlaufs auf das freie WE haben ich mich zum Start bei dem Heimrennen überreden lassen.

Das Wettkampfwochenende fing schon bei der Startnummernausgabe toll an. Trotz Meldung über das Team fehlte ich auf der Startliste. Bei der Nachmeldung bekam ich dann für das Rennen am Samstag eine Nummer aus dem zweiten Block mit der Begründung: Sie hätten keine freie Nummer aus der eins mehr. Kurze Zeit später meldete mein Vater auch nach und bekam eine Nummer aus dem ersten Block. Ich war außer mir. Zumal ich mich über mehrere Voraussetzungen für den ersten Block qualifiziert hätte. Dies wollte ich im Rennbüro klären, aber die netten Damen konnten mir weder sagen wo ich es finde, noch ob es sowas gibt. Der Rennleiter würde für solche Fälle 10:30 hier erscheinen. Halbe Stunde vor dem Start sieht zwar meine Wettkampfvorbereitung etwas anders aus, aber es war nun mal meine einzige Chance nicht 2min hinter den Ersten in die Loipe zu gehen. Der Herr Rennleiter war dann so gnädig und gab mir eine entsprechende Nummer noch vor dem Start. Auf die geforderte Belohnung für deren Fehler verzichtete ich dann allerdings.

Sieg beim Kammlauf

Zum eigentlichen Rennen. Da ich in keine Sturz oder Stockbruch verwickelt werden wollte, machte ich von Anfang an Druck und das Feld zersprengte sich schnell. Am Fuße des ersten langen Anstieg nach 3km (am Rammelsberg) waren wir nur noch zu viert, oben nur noch zu zweit und nach einer weiteren Tempoverschärfung konnte ich eine Lücke reißen, die ich schnell ausbauen konnte. So lief ich die restlichen 20km ungefährdet ins Ziel. Zweiter wurde Andi Weißhäupl, mit dem ich bereits zweimal bei der Universiade in der Staffel gelaufen bin.

Sonntag, der Gipfel der Gefühle

Das Frühlingswetter setzte der Strecke stark zu und ich konnte mir nicht vorstellen, wie sie sich und das Wachs bis zum Ende des 50km Rennens aushalten würde. Beim Skitest hatte ich einen wahnsinns schnellen Skating Ski und entschloss mich zu schieben. Die ersten Abfahrten machten richtig Spaß und auch die Anstiege waren kein Problem. Zuerst ließen wir noch Alexander Heun allein ziehen. Unsere Gruppe arbeitete aber nicht wirklich gut zusammen, der Abstand nach vorn wurde größer und ich entschloss in Weitersglashütte die Lücke wieder zuzulaufen. Allerdings war diese mittlerweile auf reichlich 4min angewachsen. Bis Johannstadt lief ich bis auf kanpp 2min ran und zwichenzeitlich bis auf 1:30. Die Anstiege zogen danach aber brutal Energie, ich kam nicht weiter ran und nahm Tempo raus. Auf dem Rückweg holte mich wieder die Gruppe ein. Vor der Brücke waren die Plätze vergeben und ich bin als dritter ins Ziel gekommen.

Zur Siegerehrung suchte ich mich auf den Ergebnislisten dann aber vergeblich. Nachfrage bei den Offiziellen: der TD hätte mich wegen Nicht Einhaltung der klassischen Technik disqualifiziert. Sein Vorwurf: ich hätte am letzten Anstieg nach der Brücke einige Gleitschritte gemacht. Im Gespräch und bei Nachfragen war die Argumentation dann stellenweise schwammig und er hat sich selbst auch noch einige Male widersprochen. Zum Beispiel: Erst wäre ich zwischen den anderen Läufern durchgeskatet. Dabei war vor mir eine Lücke und dahinter auch, wie wenige Meter später im Ziel auch. Da frag ich mich, was er gesehen hat und wer an dieser Stelle gestanden hat. Eine Richtungsänderung, wie typisch beim Skatingschritt, musste er zugeben, war nicht zu erkennen. Vielmehr kamen Argumente zur Vorbildwirkung als Läufer eines Rennteams. Kopfschütteln.

Der Vorwurf ist sicherlich nicht aus der Luft gegriffen. Ich muss zugeben, dass in diesem Stück durch die fehlende Spur, Eisplatten und laufen am Limit mir der Ski mehrmals seitlich weggelaufen ist und ich ihn ranziehen musste. Das ist aber definitiv kein Skating. Zumindest nach meiner Auffassung. Sein Vorschlag: ich hätte ja die eine klassik Spur nutzen können, die ganz außen lag und mit Läufern des kurzen Rennens belegt war. Bei dem ständigen rein- und wieder rauswechseln aus der Spur hätte ich bestimmt mehrere erlaubte Skating Schritte gemacht. Man lernt immer dazu.

Zudem ist die Verhältnismäßigkeit überhaupt nicht verständlich. Es ist sicherlich ein schwieriger Fall und Entscheidung. Als Außenstehender auch nicht leicht zu unterscheiden. Das Mittel der Verwarnung wäre sicherlich auch in Betracht zu ziehen gewesen. Ich hoffe nur, dass die Entscheidung nicht wesentlich durch meine Zughörigkeit zu einem professionelles Rennteam oder der Technik Wahl an diesem Tag beeinflusst wurde.

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Aktuelles, Rennen

zahlreiche Erfolge beim Bieg Piastow

Rechte: Bieg Piastow - Marcin Oliva Soto

Rechte: Bieg Piastow – Marcin Oliva Soto

Gutes Pflaster für das Escher-Ski-Team, aber Rocarek bleibt ungeschlagen

Rechte: Bieg Piastow - Marcin Oliva Soto

Rechte: Bieg Piastow – Marcin Oliva Soto

Bereits am am vergangenen Freitag kam es zum ersten Kräftemessen. Im Weltcup-Stadion von Szklarska Poreba startete das Rennwochenende mit einem 15km Massenstart in der klassischen Technik. Im Gegensatz zu meinem beiden Fischer Racing Team Kollegen aus Tschechien ging ich bei Plusgraden mit einem Klisterski an den Start. Jiri Rocarek bewies seine Klasse und schob am Übergang des langen Anstiegs weg und konnten nicht folgen. An den folgenden kürzeren Anstiegen konnte ich meinen Verfolger, Daniel Slechta nicht ernsthaft distanzieren und gingen so zu zweit in die lange Abfahrt Richtung Stadion. Mit meinem Wachsski hatte ich auf der Zielgeraden dann das Nachsehen und musste mich mit Platz drei zufrieden geben. War aber trotzdem zufrieden, da ich wieder schnell laufen konnte und mich locker fühlte. Die Strapazen von Goms war regeneriert bzw. vergessen und es gab ja noch zwei Möglichkeiten in den nächsten Tagen…

Rechte: Bieg Piastow - Marcin Oliva Soto

Rechte: Bieg Piastow – Marcin Oliva Soto

Am Samstag war das eigentliche Highlight des Bieg Piastow: die Premiere im FIS-Marathon-Cup. Der Führende der Serie, Peter Novak, seine Verfolger und Experten aus der Ski-Classics Serie wie Stanislav Recak bildeten die Elite. Ich hatte diese Saison eigentlich keinen Start in der Serie geplant, nutze aber die Gelegenheit mich mit den Stars zu messen. Ich hatte mir ein äußerst ehrgeiziges Ziel von Top10 gesetzt und ging dementsprechend an das Rennen heran. Zu meiner Verwunderung hatten alle Favoriten durchgewachste Ski für die äußerst selektive Strecke. Ich versuchte trotzdem das hohe Tempo mitzugehen. Nach km 10 zog sich die Gruppe weit auseinander und ich verlor den Kontakt zu den Ersten. Beim Durchlauf im Stadion sah ich den Zischenstand: Platz 18 mit mehr als 2min Rückstand. Danach folgte ein langes Flachstück, wo ich mich mit dem Wachsski im Doppelstock weiter schwer tat und ich entschied das Rennen vorzeitig zu beenden, um mich auf das letzte Rennen am Sonntag in meiner geliebten Skatingtechnik zu konzentrieren.

Rechte: Bieg Piastow - Marcin Oliva Soto

Rechte: Bieg Piastow – Marcin Oliva Soto

dritter Tag, drittes Rennen…

vom Start weg klemmte ich mich an meinen ewigen Konkurrenten Jiri und nach den ersten kleineren Tempoverschärfungen waren wir nur noch zu zweit unterwegs. Oben auf dem Hochplateau angekommen musste ich schon mehr arbeiten und in der Abfahrt wusste ich warum. Der Schnee war im Vergleich zum Stadion, wo ich getestet hatte, deutlich feiner und mein Ski lief nicht mehr überragend. Besser gesagt, ich war über Windschatten und den ein oder anderen Schub am Stock von Jiri froh. Der zweite Teil der Strecke verlief wieder in tieferen Lagen und ich witterte meine Chance auf den letzten Metern im Stadion. So liefen wir auch bis zum tiefsten Punkt und dem anschließenden Flachstück weiter zusammen. Jiri bekam meine Situation auch mit und attackierte am Berg genau ab der Stelle, wo wieder feiner Schnee war. Ich versuchte an seinen Skienden zu bleiben, musste ihn aber fahren lassen. Zwischenzeitlich kam ich auch wieder ran, aber nicht entscheidend in Schlagdistanz. So beendeten wir das Rennen recht eindeutig.

2. Platz von Toni über 30km FT

Mit Platz 2, 3 und ordentlichen Klassikrennen fahre ich zufrieden wieder heim. So bin ich gut gerüstet für die nächsten (fast) Heimrennen. Der Kammlauf und die Europameisterschaft beim Skadi Loppet werden dann bestimmt von allen mit Wachs gelaufen und ich kann voll angreifen.

Einen besonderen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren vom Bieg Piastow. Es war wieder eine top Veranstaltung und mehr als ein würdiger Veranstalter eines FIS-MC!

Startvorbereitungen

Finish 15km CT

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Aktuelles, Rennen

Nachtrag: Gommerlauf 21.& 22.02.15

Sieg beim Gommerlauf 2015

Ich hatte noch gute Erinnerungen an den Gommerlauf vor einem Jahr. Bei meiner Premiere konnte ich gleich einen ersten und dritten Platz erkämpfen. Gut erhohlt und hoch motiviert fuhr ich am Freitag die lange Strecke von Bad Hofgastein nach Ulrichen ins Wallis. Reichlich ein Meter Naturschnee und Sonne ließen diese aber schnell wieder vergessen.

ein Tag top, der Andere flop

Toni EscherAm Samstag über die Halbmarathon Distanz in der freien Technik konnte ich nach einer Attacke beim Durchlauf im Stadion einen unangefochtenen Sieg feieren. Allerdings war das Gefühl von Material und Körper nicht besonders und dieses Resultat mit richtig Arbeit verbunden. Am Sonntag setzte sich dies dann leider fort. In dem stark besetzten Feld fehlte mir die Spritzigkeit um mit der Führungsgruppe mitzugehen und erreichte abgeschlagen das Ziel.

Nach der Heimfahrt galt es bestmöglich und schnell zu regenerieren, da nur vier Tage bis zum nächsten Rennen blieben.

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Aktuelles, Rennen

2x Platz 3 beim Gsiesertallauf

Podest mit Giorgio Di Centa über 42km skating beim Gsiesertallauf 2015und es läuft wieder…

nach den miserablen Ergebnissen beim Koasalauf vor einer Woche, kann ich nun von wieder von Erfolgen berichten. Nicht unwesentlich hat dazu sicherlich auch die Gastfreundlichkeit und Regeneration in Bad Hofgastein bei der Küchen-Crew vom Grand Park Hotel beigetragen. Deshalb habe ich gleich noch eine zweite Woche rangehangen und bereite mich gerade auf den Gommerlauf vor. Zuerst aber nochmal der Rückblick zum vergangenen Rennwochenende…

kunstschneepiste im Gsiesertal 2015

Zwei Podestplätze beim Gsiesertallauf

Auch wenn die Südalpen im Moment sehr wenig Schnee haben, wurde vom Org-Team eine fantastische Kunstschneerunde quer durchs ganze Gsiesertal angelegt. Vielen Dank den Helfern! Ihr ward spitze. So konnte ich wie geplant über beide Distanzen starten.

Skitest Gsiesertallauf 2015

Am Samstag stand zunächst ein 30km Klassik Rennen für mich an, der vom Großteil der Teilnehmer nur geschoben wird. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Start aus dem zweiten Block konnte ich mich in der Spitzengruppe festbeißen und den Anschluss bis kurz vor dem Ziel halten. Kurz darauf teilten sich die Strecken und ich bog Richtung Ziel ab. In dem Moment zieht Thomas Steurer, den ich eigentlich auf die lange Strecke gehandelt hatte, an mir vorbei. Auf der Zielgeraden kam ich leider nicht mehr vorbei. Vor uns im Ziel war nur der Sieger, Eric Thomas. Auch wenn der zweite Platz heute drin gewesen wäre, bin ich mit dem Rennen sehr zufrieden. Ich fühlte mich gut und endlich mal ein Doppelstockrennen mit ordentlicher Leistung. So kann es weiter gehen.

Podest mit Giorgio Di Centa über 42km skating beim Gsiesertallauf 2015

Sonntag über die 42km in der freien Technik stand ich dann im Eliteblock und kam auch gleich gut weg. Die ersten Kilometer wurde das Tempo aber immer wieder niedrig gehalten, von hinter gab es immer wieder Stau und ich musste enorm auf das Material aufpassen. Erst beim Zwischensprint wurde das Tempo entscheidend verschäft. Zum Durchlauf ins Zielgelände übernahm ich zusammen mit dem Sieger über die 30km die Führung und nach dem Abzweig hatte ich eine kleine Lücke nach hinten. Diese liefen nur der spätere Sieger Giorgio Di Cento und Kostner zu. Kurz darauf verschäfte Giorgio das Tempo noch einmal und wir konnten beide nicht folgen. Hoch zum höchsten Punkt versuchte ich auf gleicher Weise Kostner abzuhängen, aber die kleine Lücke fuhr er in der Abfahrt schnell wieder zu. Ich hatte schon geiles Material, aber zusammen mit mind. 15kg mehr hatte ich Not im Windschatten dran zubleiben. Am letzten Gegenanstieg ins Stadion rein attackierte ich nochmal, kam aber nicht weg. So konnte ich ihn wieder nur im Windschatten ins Ziel folgen. Zweites Podest und das mit einem Olympiasieger und WM Falun Starter.

Vorbereitungen Ski Gsies 2015

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